cocteau augen totenGebet für einen eben verstorbenen Menschen

Wer hauptamtlich oder ehrenamtlich in der Krankenseelsorge tätig ist, kommt irgendwann auch in die Lage, mit Angehörigen am Bett eines eben Verstorbenen zu beten.

 

 

 

 

 

Dafür bietet sich immer das Vaterunser an, und bei Menschen, die den Rosenkranz kennen, auch diese Form.

Wohltuend ist auch ein Wort aus der Heiligen Schrift oder ein Gebet, das unmittelbar auf die Situation eingeht.

Für das Gebet vor allem mit Menschen, die wenig Erfahrung haben mit kirchlicher Gebetssprache, kann der folgende Vorschlag als Modell dienen, an dem sich eigenes freies Beten orientieren kann. Er geht von einem lebensgeschichtlichen Ansatz aus (der sich leicht weiter konkretisieren lässt) sowie davon, dass das Wort "Segen" heute auch in kirchenfremden Kreisen einen guten Klang hat und sich mit ihm vorhandene Spuren von Glauben verbinden. Die direkte Anrede an Gott wird dadurch vorbereitet, dass zunächst an das Handeln Gottes im menschlichen Leben erinnert wird.

 

Es segne dich, N., Gott.
Er hat dich einst gewoben im Schoss deiner Mutter.
Er hat dich beschenkt mit (reichen) Gaben.
Er hat dich Liebe erfahren lassen und dich reich gemacht durch das gemeinsame Leben mit N. / deinem Mann / deiner Frau.
(Er hat eure Gemeinschaft gesegnet mit euren Kindern NN.)
Und er hat sie glücklich gemacht durch dich.
Auch in den dunklen und schweren Stunden deines Lebens war er an deiner Seite, so wie er einst bei seinem Sohn war, als er litt und starb.
Ihn hat er auferweckt aus dem Grab, und so können wir sehen, wozu die berufen sind, die zu ihm gehören.

Gott, du hast N. in der Taufe angenommen als dein Kind.
Vollende du jetzt ihr / sein Leben,
nimm sie / ihn auf in die Herrlichkeit des Himmels.
Tröste, die jetzt trauern und weinen,
im Glauben und in der Hoffnung,
dass wir alle einmal unsere Heimat finden bei dir.


Beten wir gemeinsam, wie uns Jesus Christus zu beten gelehrt hat:
Oder: Beten wir gemeinsam das Gebet, das N. durch ihr / sein ganzes Leben begleitet hat:
Vater unser...

 

© Eduard Nagel (10.12.2013)