Fürbitten thumbFürbitten bei einer Bestattung

Zu kaum einem Anlass liegt die Formulierung ganz eigener Fürbitten so nahe wie bei einem Gottesdienst für einen Verstorbenen. Denn nichts ist persönlicher als der Tod. Mit ihm vollendet sich das Leben, das geprägt war von einem ganz persönlichen Schicksal, von Begabungen und Aufgaben, von Beziehungen zu ganz unterschiedlichen Menschen und Gruppen, von Zielen und Interessen.

 

 

All das bietet Anlass zum Beten: für den Verstorbenen selbst und für die Menschen, die er hinterlässt: die ein Stück des Weges mit ihm gegangen sind, die ihm besonders am Herzen gelegen haben, mit denen er sich auseinandergesetzt hat, ...
Weil das alles so unterschiedlich ist, wird hier kein Modell als Passepartout angeboten, sondern werden im Folgenden ein paar Beispiele angeführt, wie solche Fürbitten aussehen können.

 

Für eine verstorbene ehemalige Erzieherin und Organistin

 

Vorsteher:
In Dankbarkeit für das Leben unserer verstorbenen N. wollen wir beten:

 

Lektorin:

  • Wir beten für N., die ihr Leben lang für andere da war, die Kindern die Schönheit der Welt nahe gebracht, ihnen Geborgenheit und Freude geschenkt hat. Gott vergelte ihr, was sie Gutes getan und was sie geduldig ausgehalten hat.

 

Stille – Gott, du Herr des Lebens.

 

  • Wir beten für alle, für die sie da war, insbesondere für die, denen sie als Kinder ihre Zuneigung und Liebe geschenkt hat: Gebe Gott, dass sie wie die Verstorbene aus dem Glauben Kraft und Hoffnung schöpfen.
  • Wir beten für alle, die sich heute um Kinder kümmern: in den Familien, in Kindergärten und Schulen.
  • Wir beten für die Pfarrgemeinde N., für die unsere Verstorbene ihren Dienst als Organistin getan hat: dass immer wieder Menschen im Gottesdienst Trost und Kraft für ihr Leben finden.
  • Wir beten für alle unsere Verstorbenen: für die verstorbenen Geschwister von N., für alle, die uns nahe gestanden und uns ihre Liebe schenkt haben.

 

Vorsteher:
Gott, du Herr des Lebens. Wir danken dir für alle Liebe, die wir in diesem Leben erfahren und die uns ahnen lässt, wie gut du bist. Dir sei Lobpreis und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. – Amen.

 

Für eine im hohen Alter verstorbene tiefgläubige Familienfrau

 

Vorsteher:

Christus ist unsere Hoffnung. Zu ihm beten wir:

 

Lektorin:

  • Für unsere Verstorbene N.: Sie hat ihr Leben lang auf dich vertraut. Vergilt ihr, was sie in ihrem Leben Gutes getan und Schweres erlitten hat.

 

Christus, höre uns. - Christus, erhöre uns.

 

  • Für alle, mit denen sie gelebt hat und die ihr am Herzen gelegen haben: Schenke ihnen jenen Segen, um den sie unermüdlich gebetet hat.
  • Für die Schwestern im Heim (St. Josef) und für alle in der Altenpflege Tätigen: Vergilt ihnen alle ihre Geduld und Liebe.
  • Für alle unsere verstorbenen Angehörigen, die uns ihre Liebe geschenkt und uns ein Stück unseres Lebensweges begleitet haben: Lass sie eine ewige Heimat finden bei dir.
  • Für denjenigen aus unserer Mitte, der als nächster aus diesem Leben scheiden wird: Begleite ihn auf seinem Weg und nimm ihn auf in deiner ewigen Herrlichkeit. - Christus, höre uns.

 

Vorsteher:

Gott, unser Vater, von dir kommt alles Leben und bei dir findet es seine Vollendung. Dir danken wir für deine Dienerin Anna und dich preisen wir, heute und alle Tage und in Ewigkeit. Amen.

 

Für eine kinderlos an Krebs verstorbene Frau

 

Vorsteher:
Beim Gedenken an unsere verstorbene Frau N. bitten wir um Gottes Erbarmen:

 

Lektorin:

  • Wir beten für N., die als gläubige und aufrechte Christin ihren Weg auf dieser Erde gegangen ist, die Menschen froh gemacht und Leid ertragen hat.

 

Christus, höre uns.

 

  • Für ihre Angehörigen, die mit ihr durchs Leben gegangen sind, die sie begleitet haben in den Jahren der Krankheit und nun um sie trauern.
  • Wir beten für die Menschen, die schwer krank sind und keine Hoffnung auf Heilung mehr haben.
  • Für uns, die wir hier versammelt sind, für die Menschen, die uns nahe stehen und um deren Nöte und Sorgen wir wissen, für den unter uns, der als Erster unserer Verstorbenen nachfolgen wird.

 

Vorsteher:
Gott, in deiner Hand liegt unser Leben auf Erden und unser Sterben. Auf dich schauen wir und auf deine Güte hoffen wir, in dieser Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Für einen Vater

 

Vorsteher:
In dieser Stunde des Abschieds nehmen wir Zuflucht im Gebet bei Gott, dem allmächtigen Vater:

 

Lektorin:

  • Wir beten für N., der durch die Taufe Gottes Kind wurde, der als Gatte und Vater für seine Familie da war und Verantwortung getragen hat: Gott vergelte ihm das Gute, das er getan, und das Schwere, das ser getragen hat. Er wandle den Schmerz des Abschieds von dieser Welt in die Freude ewiger Seligkeit.

 

Stille – Gott, unser Vater.

 

  • Wir beten für jene, die ihm am nächsten waren und mit ihm das Leben geteilt und ihn in den letzten Monaten und Jahren begleitet haben: dass sie Trost und Frieden finden im Glauben an das ewige Leben und dass Gott sie begleite auf allen ihren Wegen.
  • Wir beten in den Anliegen der weiten Welt, deren Schönheit der Verstorbene geliebt hat: dass sich Gerechtigkeit durchsetzt und allen Menschen ein Leben in Frieden und Sicherheit möglich wird.
  • Wir beten für alle, die N. im Leben nahe gestanden haben und ihm im Tod bereits vorausgegangen sind: dass sie alle vereint seien im ewigen Leben bei Gott.

 

Vorsteher:
Du, Vater im Himmel, bist unser Trost und unsere Zuversicht. Denn in deinem Sohn hast du uns die Verheißung geschenkt, dass wir in dir auf immer geborgen sind. So preisen wir dich in dieser Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Für einen jüngeren Vater, der gegen seine Krankheit gekämpft hatte

 

Vorsteher:
In dieser Stunde der Trauer nehmen wir Zuflucht im Gebet bei Gott, dem allmächtigen Vater:

 

Lektorin:

  • Wir beten für N., der durch die Taufe Gottes Kind wurde, der als Gatte und Vater für seine Familie da war und in seinem Beruf Verantwortung getragen hat: Gott vergelte ihm das Gute, das er getan, und das Schwere, das er getragen hat. Er wandle die enttäuschten Hoffnungen während seiner Krankheit und den Schmerz des Abschieds in die Freude ewiger Seligkeit.

 

Stille – Gott, unser Vater.

 

  • Wir beten für jene, die ihm am nächsten gestanden haben, für seine Frau, die mit ihm das Leben geteilt hat und in der Zeit der Krankheit ganz für ihn da war; für seine Kinder und Enkel, denen er seine Liebe geschenkt hat: dass sie Trost finden im Glauben an das ewige Leben und dass Gott sie begleite auf allen ihren Wegen.
  • Wir beten in den Anliegen der weiten Welt, deren Schönheit der Verstorbene geliebt hat: dass sich Gerechtigkeit durchsetzt und allen Menschen ein Leben in Frieden und Sicherheit möglich wird.
  • Wir beten für alle, die N. im Leben nahe standen und im Tod vorausgegangen sind: dass sie alle vereint seien im ewigen Leben bei Gott.

 

Vorsteher:
Du, Vater im Himmel, bist unser Trost und unsere Zuversicht. Denn in deinem Sohn hast du uns die Verheißung geschenkt, dass wir in dir auf immer geborgen sind. So preisen wir dich in dieser Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Eduard Nagel