
querlesen: Musik
Fronleichnam/Herrgottstag
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Gründonnerstag
„Wo Güte ist und Liebe ...“
Die Abendmahlsmesse am Gründonnerstag kennt ein typisches Lied, das früher während der Fusswaschung gesungen wurde und heute als Gesang zur Gabenbereitung vorgesehen ist. Es stammt aus dem 8. Jahrhundert und lässt sich vom 1. Johannesbrief inspirieren. Der Kehrvers lautet: „Ubi caritas et amor, Deus ibi est“, in deutscher Übersetzung: „Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott“ (KG 253). Eine ältere Version, die vom heutigen römischen Messbuch übernommen wurde, lautet: „Ubi caritas est vera, Deus ibi est“ (Wo die Liebe echt ist, da ist Gott).
Gesänge, die zur Nächstenliebe auffordern, haben in der Regel keine lange Lebensdauer, denn Gebote wollen nicht gesungen, sondern in Taten umgesetzt werden. Dieses Lied aber verbindet die Nächstenliebe (caritas) mit der Gottes- und Christusliebe (amor). Es nimmt damit einen Grundgedanken des Gründonnerstags auf: Am Anfang steht das Bewusstsein, von Gott geliebt zu werden. Wenn wir bereit sind, uns lieben zu lassen, können wir selber Liebe weitergeben. Gottes- und Nächstenliebe sind eins.
Die ursprüngliche Melodie ist sehr schlicht und meditativ; der Kehrvers kommt mit vier Tönen aus. Der vollständige Gesang ist im Graduale Romanum zu finden, das alle lateinischen Messgesänge enthält, sowie im Cantionale, dem Vorsängerbuch des KG. Besser bekannt als die gregorianische Version ist heute wohl der lateinische Kehrvers in der Melodie von Taizé (KG 418).
Eine deutsche Übertragung des Textes findet sich im Messbuch. Auch das KG bietet eine singbare deutschsprachige Version (253; Melodie der Strophen im Cantionale).
Gregorianischer Choral
Hör-Tipps:
- Gregorianischer Choral – die großen Feste des Kirchenjahres. Choralschola der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, Leitung: Godehard Joppich. Deutsche Grammophon 459 573-2
- Adorate Deum. Gregorian Chant from the Proper of the Mass. Nova Schola Gregoriana, Leitung: Alberto Turco. Naxos 8.550711
- Resurrexit et ascendit. Ostern – Christi Himmelfahrt. Schola Gregoriana Monacensis, Leitung: Johannes Berchmans Göschl. Ars Musici AM 1318-2
Victimae paschali laudes/Ostersequenz
Die Messgesangsgattung Sequenz ist das Ergebnis einer langen Entwicklung. Am Anfang steht der Jubilus, der improvisierte, später notierte ausladende Melodieschluss über dem letzten a des Halleluja-Verses. Diese "Fortsetzung" (sequentia) wird in spätkarolingischer Zeit mit Texten unterlegt, die sich zunehmend vom Halleluja emanzipieren (wichtigstes Zentrum: St. Gallen). Anfänglich für die Festtage gedichtet, verbreiten sie sich im Spätmittelalter immer mehr und gehören fortan zu praktisch jeder Messe. Die Popularität dieser Gattung ist denn auch Wurzelgrund der deutschen Kirchenliedtradition. Die Fülle der tausenden Sequenzen wird durch die Tridentinische Liturgiereform jäh auf die verpflichtenden an Ostern und Pfingsten und die fakultativen an Fronleichnam und der Totenmesse hinuntergestutzt. Das Stabat Mater kommt 1727 als fünfte noch hinzu. Im Messbuch von 1975 wurde die Sequenz nunmehr vor das Halleluja gesetzt.
> Artikel lesenVeni, sancte Spiritus/Pfingstsequenz
1. Veni, Sancte Spiritus,
et emitte cælitus,
lucis tuæ radium.
2. Veni, pater paupernum,
veni, dator munerum,
veni, lumen cordium.
3. Consolator optime,
dulcis hospes animæ,
dulce refrigerium.
4. In labore requies,
in æstu temperies,
in fletu solatium.
5. O lux beatissima
reple cordis intima
tuorum fidelium.
6. Sine tuo numine,
nihil est in homine,
nihil est innoxium.
7. Lava quod est sordidum,
riga quod est aridum,
sana quod est saucium.
8. Flecte quod est rigidum,
fove quod est frigidum,
rege quod est devium.
9. Da tuis fidelibus,
in te confidentibus,
sacrum septenarium.
10. Da virtutis meritum,
da salutis exitum,
da perenne gaudium.
Amen. Alleluia.
> Artikel lesenLaudes/Morgenlob
Morgenlied
1. Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr. Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor, daß ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht. Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.
2. Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf. ...
4. Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht. ...
5. Er will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht, verheißen und erfüllen, damit mir nichts gebricht; will vollen Lohn mir zahlen, fragt nicht, ob ich versag. Sein Wort will helle strahlen, wie dunkel auch der Tag.
Jochen Klepper (1903-1942), nach Jes 50,4-8
> Artikel lesenGeburt des hl. Johannes des Täufers 24.6.
do - re - mi
Guido von Arezzo, gestorben um 1050, benannte die Noten seines Systems mit Hilfe der ersten Strophe des Hymnus für das Fest der Geburt des Täufers:
Ut queant laxis resonare fibris
Mira gestorum famuli tuorum
Solve pollute labii reatum
Sancte Iohannes.
Christus, dem Herren
Dientest du als Herold,
Ewiger Ratschluss,
Fand in dir den Boten.
Glücklich wir preisen
alle deinen Namen:
Gruss dir, Johannes.
Johannes Brahms, O Heiland, reiss die Himmel auf
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