
querlesen: Brauchtum
Advent
Der Adventskranz stammt wohl aus dem evangelischen Christentum Norddeutschlands. Er symbolisiert das in der Dunkelheit wachsende Licht der Verheissungen Gottes, dem Weihnachtslicht entgegen.
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Österliche Busszeit
Auch die Augen können fasten. So gab es seit dem Mittelalter den Brauch, Bilder und Kreuze am Sonntag vor dem Palmsonntag (früher Passionssonntag, heute 5. Fastensonntag) zu verhüllen. So entstanden die Fasten- oder Hungertücher. Sie wurden oft mit Darstellungen aus der Geschichte Gottes mit den Menschen geschmückt. Inzwischen gibt es viele neue Hungertücher: im Auftrag kirchlicher Hilfswerke entworfen oder als besondere Aktion in einer Pfarrei gestaltet, aber auch durch zeitgenössische Künstler geschaffen. Vielleicht ist dieses Fasten der Augen in unserer bildübersättigten Lebenswelt besonders wichtig. Die Augen üben, Gewohntes loszulassen, um neu und anders zu sehen.
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Erscheinung des Herrn 6.1.
Mittelalterliche Dreikönigsspiele in Frankreich kannten den sogenannten Bohnenkönig: Wer die im Kuchen (Dreikönigskuchen) eingebackene Bohne oder ein Figürchen fand, war für einen Tag König. Den Brauch übernahm man damals in der Westschweiz und im Wallis. Mitte des 20. Jh.s wurde er von Schweizer Bäckern wiederbelebt.
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Palmsonntag
Den gesegneten Zweigen wurde in früheren Zeiten eine schützende Wirkung zugesprochen. Deshalb hat man sie in Wohnräumen hinter das Kreuz gesteckt oder im Stall oder Dach aufgehängt. Wer kein Kreuz in seinem Wohnraum hat, der hat vielleicht eine Kerze (die Taufkerze der Kinder vielleicht), zu der man den Zweig legen, oder ein Bild, das man mit dem Zweig schmücken kann.
Wer die Zweige hinter ein Kreuz steckt, gibt dem Kreuz einen österlichen Sinn: Sie sind Zeichen des Lebens und des Sieges über den Tod (erstes Segensgebet über die Zweige). Sie erinnern uns, dass der Gottesdienst weitergeht, wenn wir nach Hause kommen. Das zweite (alternative) Segensgebet über die Zweige spricht davon: „Mehre unseren Glauben und unsere Hoffnung, erhöre gnädig unsere Bitten und lass uns in Christus die Frucht guter Werke bringen.“ Die Palmzweige hinter ein Kreuz zu stecken und die Hoffnung auf Leben auch im Alltag zu verbreiten - das ist auch heute sinnvoll und schön.
Fronleichnam/Herrgottstag
An vielen Orten heisst das Fest auch „Unser Herrgottstag“. Zur traditionellen Feier gehören Böllerschüsse, Männer in Uniform und Frauen in Trachten, Blasmusikkapellen und natürlich Feldaltäre. Eine Besonderheit ist die Seeprozession in Meggen: Nach der Feier der Messe besteigen die Gläubigen Schiffe, die Nauen, und fahren nach Hintermeggen. Von dort ziehen alle in Prozession zur alten Pfarrkirche St. Magdalena.
Maria Himmelfahrt 15.8.
Kräutersegnungen gab es ursprünglich nicht nur am Fest Maria Himmelfahrt. Viele Kräuter sind erst Mitte August reif, so blieb die Segnung am 15.8. bis heute in vielen Pfarreien erhalten. Der Kräuterbusch besteht z.B. aus Wermut, Heidrich, Pfefferminze, Kamille und anderen Heilpflanzen. Oft werden auch Blumen eingebunden. Der Segen und die Schönheit der Schöpfung sind so in den Gottesdienst hineingenommen und verbunden mit der Bitte um das Heil des ganzen Menschen. > Artikel lesen
Christi Himmelfahrt
In manchen historischen Kirchen (Beromünster, Hofkirche Luzern, Hitzkirch, Schwyz) lebt der in der Barockzeit verbreitete Brauch fort, die Himmelfahrt zu veranschaulichen, indem durch eine Öffnung der Kirchendecke eine Christusstatue aufgezogen wird.
Verbreitet waren in ländlichen Gebieten die Flurprozessionen mit Feldsegnung an Christi Himmelfahrt. Der Brauch hat sich da und dort erhalten, "zum Teil mit kärglicher Beteiligung der Bauernschaft" (Imfeld).
Beim spektakulären Auffahrtsritt in manchen Luzerner Landgemeinden ist (seit Beginn des 20. Jh.) der Pfarrer mit Monstranz bei den bisweilen Hunderten Reitern mit dabei (Beromünster, Altishofen, Hitzkirch, Ettiswil, Grosswangen, Sempach).
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Betruf
Das Vieh zurückrufen
Der Urner Äpler Ernst Herger: "Die Klanggrenze bildet den Ring, in dem der Segen wirksam ist. So weit man den Ruf hört, so weit sollte der Segen reichen." Und er fügt an: "Nun, vielleicht auch ein bisschen über den Ring hinaus ..." Wenn er heiser sei, sei auch der Ring etwas kleiner, meint er augenzwinkernd. ... Mit dem Betruf soll auch das Vieh in den Ring zurückgelockt werden. Denn als Erstes wendet sich der Ruf an das Vieh, das jeden Schritt in Gottes Namen tun und ihn loben soll: "Hoch selle si loba / All Schritt, all Tritt, i Gott's Namä loba / Hier auf der Alp steht ein goldener Ring ..."
aus: Wanderland Heft 4/2010
> Artikel lesenVerkündigung des Herrn 25.3.
Bauernregeln aus der Hompage der Wiener Pfarrei Stadlau (http://www.pfarrestadlau.at)
Wenn Maria wird verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet.
Ist Marien schön und hell, gibt's viel Obst auf alle Fäll.
Lein, gesäet Marientag, wohl dem Nachtfrost trotzen mag.
Maria Verkündigung, kehren die Schwalben wieder um.
Maria bindet Reben auf und nimmt noch leichten Frost in Kauf.
Wenn der Sonnenaufgang an Mariä Verkündigung ist hell und klar, so gibt es ein gutes Jahr.
Schöner Verkündigungsmorgen, befreit von vielen Sorgen.
Ist Marien schön und klar, naht die ganze Schwalbenschar.
Ist Mariä Verkündigung schön und rein, wird das ganze Jahr recht fruchtbar sein.
Soviel Tage vor Mariä Verkündigung die Frösche quaken, soviel Tage müssen sie hinterher schweigen.
pilgern
"Seit den frühesten Zeiten wollen Pilger 'Erinnerungen' an das besuchte Heiligtum mitbringen. Man achte darauf, dass die Gegenstände, Bilder und Bücher dem authentischen Geist des heiligen Ortes entsprechen."
Direktorium für die Volksfrömmigkeit (2001) Nr. 287
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