
querlesen: Wider-Worte
Kirchenjahr
„Die etablierten Festkreise vermitteln hier [in modernen Gesellschaften] weit weniger Identitätswissen und ihre Begehung ist weitestgehend unverbindlich geworden.
Dennoch sorgt die Legalisierung der alten identitätsfundierenden Jahrestage in staatlichen Feiertagen für ein Fortbestehen der kulturell dominierenden Gruppenzeit im Modus einer Benutzung ohne Begehung.“
Thomas Schmidt (2000)
> Artikel lesenAmen
„Leider hat das Amen seinen akklamatorischen [zurufend-bestätigenden] Charakter weithin verloren, so dass es schliesslich ganz widersinnig vom Vorbeter selbst und vom Alleinbeter gesprochen werden kann. Wo es die Gemeinde spricht, ‚donnert’ es kaum mehr, wie das Hieronymus einst für die römischen Basiliken bezeugte, zumal die zweite Silbe meist verschluckt statt betont wird. Entwertet wird das Amen auch durch seinen häufigen Gebrauch.“
Rupert Berger
> Artikel lesenSonntag
Zu wenig Brot am Tisch des Wortes?
Von grösster Bedeutung für den Gottesdienst ist die Heilige Schrift, aus der Lesungen vorgetragen, in der Homilie ausgedeutet und Psalmen gesungen werden. Denn Christus selbst ist es, der spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden, er ist gegenwärtig in seinem Wort (vgl. SC 7.24).
Ein Desiderat des 2. Vatikanischen Konzils war es, dass der Tisch des Gotteswortes den Gläubigen reicher bereitet werde. Durch die neue Leseordnung, die für die Sonntagsmesse drei Lesungen vorsieht, soll innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift gelesen werden (vgl. SC 51). Eine besondere Bedeutung wird auch der Auslegung der Schrift in der Homilie zugesprochen, die aus diesem Grund an Sonn- und Feiertagen nur aus schwerwiegenden Gründen wegfallen darf (vgl. SC 52).
Umso bedauerlicher ist es, dass aus pastoralen Gründen oftmals nur zwei Lesungen vorgetragen werden und der Antwortpsalm häufig ganz entfällt. Denn die ausgeweiteten Lesungen und ihre Auslegung in der Homilie sollen die Gläubigen stärken und durch eine grössere Vertrautheit mit dem Wort Gottes ihren Glauben vertiefen.
Andrea Krogmann
Karfreitag
"Das Kreuz ist das einzige Koordinatenssystem, das Ordnung in unsere Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte bringt."
Kyrilla Spiecker (1980)
> Artikel lesenAllerheiligen und Allerseelen
«Ich komme ins Paradies, in den Himmel, ins ewige Leben oder zu Gott», antworteten 13,7 Prozent von 1026 repräsentativ ausgewählten Schweizerinnen und Schweizern.
Ein weiterer Siebtel äussert allgemeine Vorstellungen über eine Weiterexistenz nach dem Tod. Je ein Viertel macht sich keine Gedanken über die Existenz nach dem Tod oder meint, mit dem Tod sei alles aus. Weniger als einer von zehn bekannte sich zur Wiedergeburt im Sinn der Reinkarnation.
RNA/sda/kipa > Artikel lesen
Tagesgebet
„Das Tagesgebet und Schlussgebet, da muss ich ganz ehrlich sagen, da höre ich nicht zu, fast.“
Jugendlicher, 15 Jahre
> Artikel lesenAdvent
„Wenn man den Advent im wesentlichen nur als Vorbereitung auf die Krippe auffasst, dann ist freilich eine echte Sehnsucht nicht möglich, weil die Erfüllung dieser Sehnsucht ja schon längst gegeben ist; es bleibt dann nur die unechte ‚als-ob’-Sehnsucht als ‚Stimmung’.“
Johannes Pinsk (1891-1957)
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Weihnachten
"Da gibt es Singerlebnisse, wo die ganze Gemeinde mit Begeisterung dabei ist: Das beste Beispiel dafür ist das Lied 'Stille Nacht'. Obwohl jedes Jahr als kitschig kritisiert, belächelt und eigentlich verpönt, wird es, sobald es dunkel wird in der Kirche und nur noch die Kerzen am Weihnachtsbaum den Raum beleuchten, von Herzen, aus voller Kehle, sogar mehrstimmig und im Stehen gesungen. Und allen ist klar, es tönt nur so schön, weil alle mitsingen. Allein schafft das keiner. Was Worte und Gesten oft nicht vermögen, schafft in solchen Momenten das gemeinsame Singen. Die Gemeinde erfährt sich als Gemeinschaft. Ein Gefühl von Eintracht und Verbundenheit macht die Menschen froh. Würde jetzt der Priester sagen: 'Erhebet die Herzen!', so käme die spontane Antwort: 'Wir haben sie beim Herrn!'"
Barbara Hutter-Keller (2007)
Fronleichnam/Herrgottstag
„Viele – Musiker, Kommunionkinder, Bannerabordnungen der Vereine – sind eigentlich nicht richtig motiviert, sondern ‚ziehen es durch’! Aber auch sonst macht Fronleichnam (schon das Wort!) viele Fragen und Probleme.“
Aus einer Umfrage aus dem Jahr 2002
Pfingsten
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