
querlesen: Stichwort
Kirchenjahr
- Über viele Jahrhunderte prägendes christliches Zeitmuster
- Kern des liturgischen Jahres: Sonntag und Ostern
- Beginn des Kirchenjahrs: 1. Advent
- Langsame geschichtliche Ausdifferenzierung mit explosiver Festentwicklung im 4. Jh.
- Begriff Kirchenjahr erst 16. Jh. wohl im Gegensatz zum bürgerlichen Jahr der Händler
- Metaphern: Spirale, Schraube, sich hinaufwindender Weg auf einem Berg, Kreis, nicht: Linie oder Pfeil
Amen
- Grundwort der jüdischen und christlichen Liturgie
- hebräisch für: das stimmt, gilt, ist wahr
- als Ausdruck nachdrücklicher Zustimmung zu Lobpreis und Gebet
- Christus selber ist das Amen (Off 3,14)
Sanctus
- seit dem 4./5. Jh. wesentliches Element des Hochgebets
- biblisch: vgl. Jes 6,3 u. Ps 118,26
- zahlreiche Kompositionen
Geheimnis des Glaubens
- Akklamation (Antwortruf) der Gemeinde nach den Einsetzungsworten: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“
- Vorbild: 1 Kor 11,26; östliche Liturgien
- 1970 neu in die römische Liturgie aufgenommen
Karfreitag
- kara = althochdeutsch für Trauer, Klage
- Gedächtnis der Passion ursprünglich Teil der Osternacht
- seit Ende 4. Jh. eigener Feiertag mit Wortgottesdienst zur Todesstunde Jesu
- besondere Elemente: Lesung der Johannespassion, feierliche Fürbitten, Kreuzverehrung
- Tag des Fastens (vgl. Mk 2,19f)
Allerheiligen und Allerseelen
- Sammelfeste für Heilige seit dem 4.Jhdt. bezeugt zunächst österlich-pfingtlicher Zusammenhang
- 1. November kelto-gallischer Jahresbeginn (Halloween: Hintergrund Jahreswechsel)
- Halloween: „All Hallows eve“; Hallows: Die Heiligen; also „Vorabend von Allerheiligen“
- Durchsetzung dieses Festdatums im 9.Jhdt.
- Anfügung eines Gedächtnisses aller Toten am folgenden Tag 998 durch Odilo von Cluny
Tagesgebet
- Amtsgebet des Vorstehers
- in Orantenhaltung
- als Abschluss des Eröffnungsteils der Messe
- als Zusammenfassung des stillen Gebets aller Feiernden
Advent
- Urspr. Vorbereitungszeit auf Epiphanie (Dreikönige) als Tauftermin in Gallien
- Bis zu sechs Sonntage vor Weihnachten / 40 Tage vor Epiphanie
- In Gallien parallell zur österlichen Busszeit (Taufvorbereitung!)
- Deshalb heute noch: liturgische Farbe violett, Wegfall des Gloria
- Heute noch sechs Wochen in der Liturgie von Mailand (drei Täler im Tessin!)
- Rom: nach der Mitte des 5. Jh.s eingeführt; vier Sonntage
Weihnachten
- Hochfest am 25.12.
- biblisch: Lk 2,1-20
- in Rom seit dem 4. Jh. gefeiert
- Besonderheit: drei verschiedene Messen an einem Festtag
Rorate
- Die Rorate-Messe ist eine Votivmesse zu Ehren Marias. Verwendet wird das Formular der Marienmesse am Samstag im Advent.
- Name "Rorate" vom Eröffnungsvers: Rorate coeli desuper
- Feier an Wochentagen des Advents vor dem 17.12., nicht an Sonntagen oder an gebotenen Gedenktagen (also nicht am 30.11. Andreas, 3.12. Franz Xaver, 7.12. Ambrosius, 14.12. Johannes vom Kreuz).
- liturgische Farbe: Weiss

