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Wege einer zukunftsweisenden Taufpastoral
Von Peter Spichtig op und Dr. Josef-Anton Willa
Das erneuerte Feierbuch zur Kindertaufe1 ist das erste einer Generation neuer liturgischer Bücher. Es setzt also einen Anfang und weist damit in gewisser Weise auf die im eigentlichen Sinn fundamentale Bedeutung der Taufe hin. Die Taufe ist das «Eingangstor und die Grundlage des gesamten Christseins» (Kath. Erwachsenenkatechismus). Bereits heute ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder getauft werden und in den Glauben hineinwachsen. Es braucht dazu das Umfeld einer lebendigen Glaubensgemeinschaft. Darum ist die Taufpastoral eine wichtige und vordringliche Aufgabe der Kirche.
Mit dem neuen Feierbuch bietet sich eine Chance, diese Aufgabe neu anzupacken. Die folgenden Impulse und praktischen Anregungen laden dazu ein, die eigene Taufpastoral zu reflektieren und eventuell neu auszurichten.
1. Impulse
1.1 Das Taufbewusstsein in der Pfarrei stärken
Die Taufe betrifft nicht nur den Täufling, sondern die Pfarrei: Jede Taufe verändert sie durch die Aufnahme neuer Mitglieder; sie ist danach nicht mehr dieselbe wie zuvor. Wenn in einer Pfarrei das Dossier Taufpastoral nach wie vor ausschliesslich auf dem Pult der Priester und Diakone bzw. Gemeindeleitenden landet, muss sich die entsprechende Pfarrei die Frage gefallen lassen, ob sie ihre Berufung zum Kirchesein aufgrund der Taufe schon tief genug erfasst hat. Die Anfrage ist dringend. Denn vom einst dichten und tragenden Gewebe volkskirchlicher Bräuche – angefangen vom Tischgebet bis zur selbstverständlichen christlichen Sonntagsgestaltung – sind meist nur lose Fäden übrig geblieben, die allen Winden ausgesetzt sind. Vielfach heisst das: Nach der Tauffeier im Familienkreis sehen wir die Kinder (vielleicht!) 6 Jahre später im Unterricht wieder. Während dieser Zeit bleiben die Eltern – inzwischen allesamt Post-68er, ja Postmoderne – hinsichtlich der religiösen Erziehung praktisch auf sich allein gestellt. Das ist unverantwortlich.
Eigentlich wüssten wir es: Nicht etwa das Amt, sondern die Taufe konstituiert Kirche. Entgegen einer überkommenen Ekklesiologie, welche Kirche tendenziell einseitig vom Amt – näherhin vom Priester, «Austeiler der Gnaden» – her definiert hat, betont die Ekklesiologie des Zweiten Vatikanischen Konzils endlich wieder die grundlegende Bedeutung der christlichen Initiation: Durch Taufe, Firmung und Eucharistie baut sich die Kirche auf. Der Leib Christi: die Gemeinde muss hier ihre eigentliche Rolle erst finden und sich um ein Taufbewusstsein aller ihrer Glieder bemühen. «Das Taufbewusstsein (...) kann nur gestärkt werden durch eine Feier der Initiationssakramente inmitten der Gemeinde und durch die regelmässige Feier des Taufgedächtnisses verbunden mit der nachfolgenden mystagogischen Erschliessung dieser liturgischen Feierformen in der jeweiligen Gemeinde.»2
1.2 Das Konzept einer differenzierten Taufpastoral entwickeln
Die Kirche kennt verschiedene Formen und Wege des Christwerdens. Schon was die Feier der Kindertaufe betrifft, bietet das neue liturgische Buch drei Formen an. Darin kommt eine Differenzierung zum Ausdruck, die sowohl die unterschiedliche religiöse Situation der Eltern und Familien als auch die Pfarreisituation berücksichtigt. Eine Pfarrei muss sich darum entscheiden, welche Wege in der Taufpastoral sie gehen will. Sie klärt die Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine Taufe ab: Was erwarten wir von den Eltern, Paten und Familien? Was können wir ihnen an Hilfe, Unterstützung und Begleitung anbieten? Welche Personen aus der Pfarrei können welche Aufgaben übernehmen? Es braucht also ein eigentliches Konzept einer differenzierten Taufpastoral, in dem ausserdem auch die Feier der Eingliederung Erwachsener und die Taufe von Kindern im Schul alter in den Blick kommt. Für SeelsorgerInnen wie für Taufeltern kann eine klar ausgerichtete Taufpastoral in konkreten Entscheidungssituationen hilfreich und entlastend sein. Ein solches Konzept sollte unbedingt regional koordiniert, mit der nötigen Flexibilität und unter Vermeidung jeglicher ideologischer Engführung aufgegleist werden. Als Ausgangspunkt können diözesane Handreichungen und Leitlinien dienen.3
1.3 Im Gemeindegottesdienst taufen
Die Kindertaufe sollte nach Möglichkeit am Sonntag mit der Pfarrgemeinde gefeiert werden, denn – so hält es das neue Feierbuch fest – «jede Taufe ist eine Feier der Kirche». Wie dieses Ziel umgesetzt wird, wann und wie oft etwa die Taufe im sonntäglichen Gemeindegottesdienst stattfinden kann, hängt von der Situation der Pfarrei ab. Die pastorale Einführung der Bischöfe des deutschen Sprachgebietes empfiehlt, die Taufe «mehrmals im Jahr innerhalb der Sonntagsmesse» zu feiern, wobei die Termine rechtzeitig festzulegen sind. Nur aus einem «triftigen Grund» soll für ein Taufkind eine eigene Feier gehalten werden.4
Auch wenn eine Taufe nicht im Sonntagsgottesdienst gefeiert wird, sollten Pfarreiangehörige mitwirken, die nicht zum Familien- oder Freundeskreis des Täuflings gehören, um den Bezug zur Gemeinde deutlich zu machen. Das kann z. B. eine Vertretung aus dem Pfarrei- bzw. Kirchgemeinderat sein.
1.4 Einen Weg der Taufe gehen
Die Taufe lässt sich nicht auf ein isoliertes, punktuelles Ereignis reduzieren. Sie ist kein Konsumartikel, der zur «Ausstattung» des Kindes gehört. Christwerden ist ein Prozess, der den ganzen Menschen in den Blick nimmt: «Ich habe dich beim Namen genannt, du gehörst mir» (Jes 43,1). Ein solcher Prozess braucht Zeit und Raum, er braucht Begleitung und gegenseitige Annäherung, er braucht Hinführung und Vertiefung. Das Taufgeschehen ist ein Glaubensweg, der im Grunde das ganze Leben umfasst.
In der Form der Kindertaufe in zwei Stufen, die das neue Feierbuch anbietet, wird dieser Weg liturgisch begangen. Doch «wünschenswert ist es, wenn möglichst alle Eltern und Paten, die ein Kind zur Taufe in nächster Zeit angemeldet haben, sich an einem gemeinsamen Weg der Glaubensvertiefung beteiligen».5 Immer deutlicher wird eine rein situative Kasualpastoral als unangemessen betrachtet: «Man muss diesen Wegcharakter von Beginn jeder Katechese an unmissverständlich herausstellen. Hier ist der Ort, wo bei allem Eingehen auf die Situation der Betroffenen mit aller Klarheit ein prozesshaftes Engagement eingefordert werden muss».6
Von Familien, die ihr Kind taufen möchten, sollten wir also die Bereitschaft erwarten können, dass sie sich auf einen Weg des Glaubens und der Auseinandersetzung mit der eigenen Religiosität einlassen. Der Wunsch der Eltern, ihr Kind taufen zu lassen, ist bereits ein erster Schritt auf diesem Weg, und dieser Schritt ist in jedem Fall ernst zu nehmen. Häufi g sind die Taufmotive der Eltern diffus, oder es zeigen sich Unverständnis und Widerstände gegenüber der Kirche oder gewissen Glaubensaussagen. Hier ist aufmerksames Hinhören und feinfühlige Begleitung durch Seelsorgende, aber auch durch Familien und andere Pfarreiangehörige gefragt. Die Eltern und Begleitpersonen sollen zur Beschäftigung mit Glaubensfragen motiviert werden und positive Erfahrungen von Kirche machen können.7 Dazu bietet die Pfarrei entsprechend ihren Möglichkeiten Formen der Glaubensvertiefung vor und nach der Taufe an (z. B. durch Taufgespräche in Elterngruppen).
1.5 Der Kraft liturgischen Feierns trauen
Das Feierbuch bringt zwar einige gewichtige Neuerung, stellt aber insgesamt nur eine sanfte Revison der liturgischen Ordnung von 1971 dar. Das mag jene enttäuschen, die sich vom neuen Buch grundlegend neue Impulse für die Gestaltung der Tauffeier versprochen haben. Doch werden die bisherigen Gestaltungsmöglichkeiten des Kindertaufritus wirklich voll ausgeschöpft? Gerade die Taufliturgie ist reich an eindrücklichen Symbolhandlungen; die Schriftlesungen, Gebete und Gesänge sind inhaltlich dicht. Selbstkritisch müssen wir uns als Liturgieverantwortliche hier immer wieder Folgendes vor Augen führen: Es scheint sehr viel Mut dazuzugehören, den Vollzügen und Symbolhandlungen, der atmosphärischen Dichte eines Gottesdienstes einfach zu trauen und nicht sogleich zu erklären, was entweder aus sich selbst spricht oder aber ambivalent ist und auch bleiben soll und also verschiedenen Deutungen Raum lässt. Eine liturgische Feier ist ein Ereignis, das Menschen und ihre Beziehung zu Gott und untereinander verändern kann. So gehen auch durch die Tauffeier selbst alle Beteiligten ein Stück des Glaubensweges weiter.
1.6 Die Tauffeier mystagogisch erschliessen
Die Tauffeier ist kein Abschluss, sondern ein Anfang. Christwerden kann nur konkret als Menschsein-Lernen in Gemeinschaft gelingen, wo Herz und Sinn und Verstand gleichermassen angesprochen sind. So wichtig die Vorbereitung ist, so unerlässlich ist es, an der Feiererfahrung anknüpfen und diese vertikale und horizontale Communio vertiefen zu können.
Das kann auf vielfache Weise geschehen; Voraussetzung ist nur, dass wir mehr und mehr bereit sind, uns über den Glauben auszutauschen. Dass wir in der Pfarrei das Leben des Christen in der Welt und das, was ihm in den gottesdienstlichen Feiern widerfährt, und seine Sendung gemeinsam deuten. Hierbei ist der sorgfältige und bewusste Umgang mit gottesdienstlichen Symbolhandlungen von grösster Bedeutung. Wer schon über seine eigene «Liturgiebiografie» nachgedacht hat, weiss: Die Beheimatung eines Erwachsenen im Glauben ist wesentlich stärker durch den «katholischen Stallgeruch» als durch den gelernten Katechismusinhalt bestimmt.8
1.7 Auf die vielfältigen Wege Gottes vertrauen
Ist es überhaupt sinnvoll, unmündige Kinder zu taufen? Die Kirche hat es immer getan und darin ein Zeichen der Liebe und Zuwendung Gottes gesehen, die aller Leistung des Menschen zuvorkommt. Die Praxis der Kindertaufe vertraut darauf, dass Gott letztlich den Glauben schenkt und Wege des Glaubens fi ndet. Eine solche Vertrauenshaltung ist in Zeiten kirchlichen Umbruchs wichtig und vermeidet zwei Extremhaltungen im Kontext von Taufe: Rigorismus oder Laxismus.
Sich zum Glauben der Kirche zu bekennen ist Voraussetzung für die Taufe; bei den Kindern tun dies die Eltern und Begleitpersonen, unterstützt von der Pfarrgemeinde. Als Ausdruck einer Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch ist Glaube allerdings nicht messbar. Auch wenn die Kirche darum bei Eltern und Angehörigen mangelnden Glauben festzustellen meint, muss sie sorgsam damit umgehen und bei einem allfälligen Taufaufschub unnötige Härten vermeiden.9
Umgekehrt hat die Kirche als Glaubensgemeinschaft mit der Taufe etwas anzubieten, mit dem sie verantwortungsvoll umzugehen hat. Statt alle Kinder «vorsorglich» zu taufen, kann es in bestimmten Fällen angebracht sein, einen Taufaufschub in Betracht zu ziehen. Eine diesbezügliche Entscheidung der Eltern ist in jedem Fall zu respektieren, auch wenn es allenfalls bedeutet, dass die Kinder nicht in einem kirchlichen Umfeld aufwachsen. Auch hier geht es letztlich um das Vertrauen, dass Gott Wege zu den Menschen findet. Die Taufpastoral nimmt immer die konkreten Menschen in den Blick. Sie begleitet sie wohlwollend auf dem Glaubensweg in ihren Möglichkeiten der Veränderung, in ihren Fortschritten und Rückschlägen, ihrem Wachsen und Reifen.
2. Anregungen für die Praxis
2.1 Taufe und Eucharistie am Sonntag als Fest des Glaubens
Das Taufen innerhalb der Sonntagsmesse bietet die Chance zu einem wirklich entfalteten, festlichen und gemeinschaftlichen Gottesdienst, bei dem auch an dere Pfarreiangehörige mitwirken können, allen voran die üblichen liturgischen Dienste (MinistrantInnen, LektorIn, KirchenmusikerIn usw.), z. B. aber auch musizierende Jugendliche oder Schulkinder, die das Thema Taufe im Religionsunterricht behandeln.
Zu den Feiern an den sinnvoll auf das Kirchenjahr verteilten Taufsonntagen werden speziell die Familien eingeladen. Der Wortgottesdienst kann getrennt gefeiert werden: Die Kinder sind zu Beginn, bei der Befragung und der Bezeichnung mit dem Kreuz, dabei, ziehen sich anschliessend zur Katechese ins Pfarreiheim zurück und kommen zur Tauffeier wieder hinzu, jetzt natürlich zum Taufort. Vielleicht entzünden sie bereits zum Credolied ihre eigenen mitgebrachten Taufkerzen (oder verteilte kleine Kerzen) an der Osterkerze und repräsentieren als «Kinder des Lichts» die ganze Gemeinde.
2.2 Vorbereitung auf die Tauffeier
Eine gemeinsame Tauffeier an Sonntagen in der Gemeindemesse legt eine gemeinsame Vorbereitung in Gruppen nahe. Als ganzheitliche oder mystagogische Katechese muss sie bereits lange vor der Taufe ansetzen. Anknüpfungspunkt zum Glaubensgespräch kann zum Beispiel die intensive Zeit der Schwangerschaft und das Wunder werdenden Lebens sein. Auch die Paten sind aktiv in die Vorbereitungen zu integrieren. Ihnen kommt eine Verantwortung für die liturgische Biografie des Heranwachsenden zu, die über die punktuelle Assistenz anlässlich der Erstkommunion und der Firmung hinausgeht. Es versteht sich von selbst, dass die Vorbereitungsarbeit nicht Sache (allein) der hauptamtlichen SeelsorgerInnen ist. Pfarreimitglieder, insbesondere erfahrene Mütter oder Grossmütter, können hier mitunter eine eigentliche Berufung finden!10
2.3 Jährliche Einladung der Familien aller Neugetauften
Eine jährliche Einladung wird vom Pfarreiteam (bzw. vom Taufpastoral-Team) an alle Eltern ausgesprochen, die im vergangenen Jahr ein Kind zur Taufe getragen haben. Die Eltern, Geschwister, Paten und die Neugetauften eines Jahres treffen sich zu einer kurzen Feier, an der die Taufkerzen der Kleinen zum Taufgedächtnis angezündet werden. Beim anschliessenden Zusammensitzen können informelle Kontakte entstehen. Es kann angeregt werden, sich regelmässig zu treffen.
2.4 Regelmässige Segensfeiern für Familien
Wo solche Begegnungen zur Tradition werden, kann sich eine (idealerweise) sich stets erneuernde Gruppe engagierter Erwachsener etablieren, die in regelmässigen Abständen gottesdienstliche Angebote vorbereiten. Die gemischte Zusammensetzung soll mithelfen, das Angebot nicht zu eng auf ein spezifisches Altersspektrum hin zuzuspitzen. Als Segensfeier konzipiert, stellen solche Gottesdienste den theologischen Grund, die Taufe aller, in den Mittelpunkt und ermöglichen, kirchen-, schuljahrs- und anlassspezifische Akzente zu setzen.11 Sie stehen im weiteren Horizont der Eucharistie. Diese wird zwar nicht gefeiert, ist aber konzeptionell im Hintergrund präsent. Dies soll in geeigneter Weise erfahrbar werden, etwa dadurch, dass im selben Kirchenraum gefeiert wird wie sonntags die Eucharistiefeier und dass immer wieder Bezüge hergestellt werden (auch über das Liedgut).
2.5 Feiern im Kontext der Katechese
Zwei Typen von Feieranlässen seien kurz erwähnt. Zum einen bringt der Rhythmus des Schuljahres Gelegenheit, Übergänge und Wechsel rituell zu begleiten. Schulanfang und -ende und Klassen- bzw. Schulwechsel sind in der Regel Momente von Verunsicherung oder besonderer Freude, die im Unterricht sicher thematisiert werden und auch liturgisch auf die Ebene des Gebets bzw. der Aneignung gehoben werden sollten. Zum anderen ist vermehrt auch daran zu denken, die im Unterricht behandelten zentralen Inhalte unseres Glaubens in den Kontext der Liturgie, des gefeierten Glaubens zu stellen: Übergabe des Kreuzzeichens, der Heiligen Schrift, des Vaterunsers, des Credo. Das Werkbuch «Getauft – und dann?» bietet auch hierfür Anregungen.12
2.6 Förderung des Taufbewusstseins und der Mitverantwortung
Zur Stärkung des Taufbewusstseins in der Gemeinde tragen bei:
– das regelmässige Taufen während der Sonntagsmesse, sicher aber in jeder Osternachtsfeier,
– das regelmässige Feiern des Taufgedächtnisses zu Beginn der Sonntagsmesse, mindestens aber an allen Sonntagen der Osterzeit,
– die (selbstverständliche!) Nennung der Neugetauften im Hochgebet der jeweiligen Sonntagsmesse (gerade, wenn Taufe ausserhalb ihrer gefeiert wird),
– die gepflegte Gestaltung des Tauforts,
– das Erinnern der Neugetaufte während des ganzen Jahres im Kirchenraum mittels symbolischer Repräsentanz (z. B. auf Plaketten eingravierte Namen auf den Kirchenbänken; von den Eltern gestaltetes Namenschild beim Taufort),
– die Nennung nicht nur der Toten sondern aller Getauften eines Jahres in den Fürbitten der Jahresabschlussmesse.
2.7 Jährliches Taufgedächtnis im Familienkreis
Neben dem weltlichen Geburtstag, den jedes Kind selbstverständlich feiern will und soll, wird – auf Anregung des Taufpastoralteams – der Tauftag jährlich begangen und dem Kind und der ganzen Familie dabei ihre Taufwürde bewusst gemacht.
Dies geschieht im Rahmen einer kleinen häuslichen Andacht, zu der die Taufkerze angezündet wird. Die Mutter oder der Vater oder der Pate kann den Gefeierten nach einem Schriftwort zum Taufgedächtnis mit Weihwasser segnen, worauf dieser alle Anwesenden seinerseits mit Weihwasser bezeichnet und also sein Priestertum einübt.
Diese Feier findet selbstverständlich sooft im Jahr statt, wie es getaufte Familienmitglieder hat.
Wer weiss, was der Heilige Geist in solchen Feiern alles familienpsychologisch heilsam durcheinander zu bringen vermag . . .
| 1 | Vgl. dazu: Martin Klöckener: Feier des Glaubens – Feier der Kirche. Die Neuaus gabe der «Feier der Kindertaufe», in: SKZ 176 (2008), Nr. 14–15, 221–224. | |
| 2 | Martin Stuflesser: Liturgisches Gedächtnis der einen Taufe. Überlegungen im ökumenischen Kontext. Freiburg 2004, 322. Vgl. auch: Stefan Wiesel / Lioba Zodrow: «Taufbewusstsein» – Grundlage selbstbewussten Christseins. Impulse aus der französischen Sakramenten- und Liturgiepastoral, in: Theologisch-praktische Quartalschrift 156 (2008), 58–68. | |
| 3 | Vgl. insb.: Handreichungen zur Taufpastoral (Bistum Basel 2002), download: www.bistum-basel.ch/d/aktuell/aufbruch/buch.htm; Taufpastoral im Bistum Chur. Handreichung (2004), download: www.bistum-chur.ch/am_dokumente_index.htm. | |
| 4 | Die Feier der Kindertaufe. Pastorale Einführung. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (= Arbeitshilfen 220). Bonn 2008, Nrn. 34. 48. Zu beziehen durch das Liturgische Institut in Freiburg/ CH. Download: www.dbk.de/schriften/arbeitshilfe/index.html. | |
| 5 | Ebd., Nr. 16. | |
| 6 | Sakramentenpastoral im Wandel. Überlegungen zur gegenwärtigen Praxis der Feier der Sakramente – am Beispiel von Taufe, Erstkommunion und Firmung. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (= Erklärung der Kommissio nen 12). Bonn 1993, 3. korrigierte Auflage 1996, 19. Download: www.dbk.de/schriften/deutsche_bischoefe/erklaerungen/index.html. | |
| 7 | Vgl. Pastorale Einführung (wie Anm. 4), Nrn. 7. 15. | |
| 8 | Zum Verhältnis Liturgie und Katechese vgl.: Franz-Peter Tebartz-van Elst: Christ werden – Christ bleiben. Katechumenale Katechese und mystagogische Liturgie in neuer Synergie, in: Manfred Entrich / Joachim Wanke (Hrsg.): In fremder Welt zu Hause. Anstösse für eine neue Pastoral. Stuttgart 2001. | |
| 9 | Vgl. Pastorale Einführung (wie Anm. 4), Nr. 17. | |
| 10 | Vgl. hierzu: Claudia Hofrichter / Matthias Ball: Wir möchten, dass unser Kind getauft wird. Wie Mütter, Väter, Patinnen und Paten die Taufe ihres Kindes aktiv mitfeiern können. München 2003; und: Claudia Hofrichter: Wir möchten, dass unser Kind getauft wird. Eine Handreichung für Taufgespräche in Elterngruppen. Unter Mitarbeit von Andreas Hinz. München 2003. | |
| 11 | Vgl. hierzu: Getauft – und dann? Gottesdienste mit Kindern und Jugendlichen auf ihrem Glaubensweg. Werkbuch. 2. korr. Aufl. Freiburg/ Br. 2003 (Pastoralliturgische Reihe in Verbindung mit der Zeitschrift «Gottesdienst»). | |
| 12 | Ebd. Vgl. auch: Jürg Stuker: Feiern lernen ohne Liturgie? (Artikel zur Kommunionkatechese), in: SKZ 173 (2005), Nr. 12–13, 244–246. |
Schweizerische Kirchenzeitung • 16/2008 • 17. April •
