Baersch GeschichteLiturgiegeschichte - kompakt und konkret

Jürgen Bärsch: Kleine Geschichte des christlichen Gottesdienstes. Verlag Friedrich Pustet, Regenburg 2015, 204 S., CHF 26.90

 

2000 Jahre Liturgiegeschichte auf 200 Seiten in 12 Kapiteln – das ist ein mutiges Unternehmen. Der Eichstätter Liturgiewissenschaftler Jürgen Bärsch hat gezeigt, dass es geht und das gleich noch in allgemeinverständlicher Sprache und flüssigem Stil.

 

Nach der kurzen Einleitung zum Nutzen der Beschäftigung mit der Liturgiegeschichte entfaltet sich die Darstellung beginnend mit den Anfängen des christlichen Gottesdienstes aus jüdischen Wurzeln sowie in Zeitgenossenschaft zum nachbiblischen Judentum über die Zeit der Spätantike (inklusive Überblick über die östlichen Liturgiefamilien). Im Kapitel zum Mittelalter zeigt Bärsch insbesondere, wie sich geistes- und sozialgeschichtliche Veränderungen auf Verständnis und Vollzug der Liturgie auswirken. Die weitere Darstellung verfolgt in zwei Kapiteln den protestantischen Gottesdienst von der Reformation bis zur Gegenwart und ausführlicher die katholische Entwicklung mit dem Konzil von Trient und seiner allmählichen Rezeption, dem Barock als einer Periode, in der Kunst, Volksfrömmigkeit und Sinnlichkeit die Liturgie prägen sollten, bevor es in der Aufklärung zu einem Gegenschlag kam. Die beiden letzten Kapitel behandeln das 20. Jh. mit den Schwerpunkten Liturgische Bewegung und Liturgiekonstitution.

Bärsch gelingt es, Entwicklungen nachzuzeichnen, immer um Verstehen bemüht, doch ohne zu verschweigen, was aus heutiger Sicht problematisch ist. Er wählt Beispiele, die im Gedächtnis haften bleiben und die Darstellung anschaulich machen. Fazit: sehr lesenswert und geeignet für alle, die die Liturgie aus ihren geschichtlichen Wurzeln heraus besser verstehen möchten.

 

Gunda Brüske (23.11.2015)

 

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